Was benötige ich und was kostet das?
An dieser Stelle möchten wir mal versuchen etwas Licht in das Dunkel einer Umrüstung auf ein freiprogrammierbares Motormanagement zu bringen.
Es erreichen uns sehr oft Emailanfragen wie: "welche Teile Benötige ich ?, " Was kostet das ? "
Jede dieser Fragen für sich ist bereits nicht seriös zu beantworten ohne das umzubauende Auto und die Ansprüche und handwerklichen Fähigkeiten des Umrüstwilligen zu kennen.
Natürlich ist so eine Umrüstung kein Hexenwerk , aber Kenntnisse über die Funktionsweise von elektronischen Einspritzsystemen sind unabdingbar wenn man es selber machen möchte. Eine gute Beratung ist immer notwendig, wenn Sie eine neue Anlage zusammenstellen. Wir wissen aus sehr vielen Kundengesprächen das diese sich ohne Beratung andere Komponenten zusammengestellt hätten . Das erwünschte Ergebnis währe dann ausgeblieben. Unsere Beratung ist kostenlos, deshalb zögern Sie nicht uns anzurufen wenn Sie fragen zu den Komponenten haben. Besser ist es noch wenn Sie eine unserer Schulungen besuchen diese Schulungen kosten zur Zeit 180 Euro von denen wir sogar bei Neukauf einer Anlage ( zeitnah ) 90 Euro anrechnen.
Jede Umrüstung ist individuell, da die Ausgangssituation am Auto unterschiedlich ist bzw. der Eigentümer sich nicht mit der Materie befassen möchte oder kann.
Hier mal eine Aufzählung der Teile die in jedem Fall vorhanden sein müssen :
Kraftstoffversorgung mit entsprechender Benzinpumpe, das bedeutet einen Kraftstoffvorlauf und Rücklauf incl. eines Benzindruckreglers (dieser muss nicht einstellbar sein, sondern nur mit den verwendeten Düsen harmonieren) In den meisten Fällen kommen hier entsprechende Serienteile zur Anwendung. Bei Youngtimern die ab Werk mit D, L oder K- Jetronik ausgerüstet wahren werden die Serienteile weiter benutzt.
Ein sinnvolles Triggersystem (nicht erforderlich bei einer reinen Einspritzlösung, nur bei MP oder MD Geräten): Das bedeutet eine Drehzahlerfassung an der Kurbelwelle wie sie bei vielen modernen Motoren serienmäßig ist. Bei älteren Motoren kann meist sehr einfach eine Zahnscheibe vorn an der Kurbelwelle befestigt werden, oder etwas von einem moderneren Motor des Herstellers adaptiert werden z.B.. Opel, BMW, usw.. Die serienmäßigen Induktivgeber zur Drehzahlerfassung können weiterverwendet werden.
Das serienmäßige Drosselklappenpoti wird sofern vorhanden weiterverwendet. Bei älteren Fahrzeugen z.B.. BMW M3 S14 findet man einen Drosselklappenschalter, der aber leicht durch ein Poti ersetzt werden kann.
Bei Einzeldrosselklapensystemen verwendet man sinnvollerweise ein KMS Poti.
Drosselklappenteile mit der Bezeichnung Twin Body passen vom Lochbild auf die Ansaugbrücken von Weber oder Solex Flachstromvergaser.
Es werden außer dem Drosselklappenpoti noch mindestens die Temperatursensoren für Luft und Wasser benötigt. Die Kennlinien dieser Sensoren sind bei KMS Steuergeräten bereits hinterlegt, deshalb ist es wichtig diese zu verwenden. Bei einigen Fahrzeugen kann der Wassertemperatursensor weiterverwendet werden, da er die gleiche Kennlinie verwendet wie KMS z.B. . einige Opel.
Einspritzdüsen sollten hochohmig sein, also ca. 14-16 Ohm wie bei neueren Fahrzeugen üblich. Wenn ein Youngtimer umgerüstet werden soll, so hat dieser vermutlich niederohmige Düsen . In diesem Fall muss ein Injektiondriver benutzt werden.
Zündspulen müssen über eine interne Treiberstufe verfügen, oder es muss ein Ignitiondriver benutzt werden. Wir empfehlen nach Möglichkeit auf den Zündverteiler zu verzichten um eine wasted spark Lösung zu realisieren. Das ist technisch besser und außerdem meist preisgünstiger.
Wenn der Zündverteiler weiterverwendet werden soll, muss dessen interne Fliehkraftverstellung ausgeschaltet werden.
Wenn der Zündverteiler nicht mehr benutzt wird, müssen meist die Zündkabel aus Meterware neu angefertigt werden.
Lasterfassung:
Bei einem Rennmotor mit scharfen Ventilsteuerzeiten ist nur eine Lasterfassung über die Drosselklappenstellung / Drehzahl sinnvoll. Das nennt man Alpha/n Steuerung.
Bei einem zahmen Saugmotor oder einem aufgeladenen Motor (Turbo oder Kompressor) empfiehlt es sich die Lasterfassung über den Saugrohrdruck vorzunehmen dafür wird ein Map Sensor benötigt.
Die dritte Möglichkeit ist die Verwendung eines Heissfilmluftmassenmessers, diese sind aber nicht sehr standfest und zudem meist sehr teuer.
Der Kabelbaum kann komplett selbst gefertigt werden , oder mit Hilfe eines lieferbaren Basis Bausatzes erstellt werden, oder als Fertigteil fahrzeugspezifisch bezogen werden.
Die Zusammenstellung der gesamten Anlage fängt mit der Auswahl des Steuergerätes an, deshalb hier mal die Unterscheidungsmerkmale der KMS Steuergeräte.
Das MP 25 ist die einfachste Version in einem Plastikgehäuse ohne Atmosphärendruckerfassung
Das MP 25M ist mit integriertem Atmosphärendrucksensor
Beide Versionen sind auch unter der Bezeichnung MA25 bzw. MA 25M in einem CNC gefrästen Aluminiumgehäuse erhältlich.
Das MD 35 ist grundsätzlich in einem CNC gefrästen Gehäuse welches Wasserdicht ist, deshalb kann auch hier kein Atmosphärendrucksensor integriert sein. Der Atmosphärendruck kann aber wie auch bei den Geräten der 25er Reihe extern angeschlossen werden, um den Druck direkt in der Airbox zu messen.
Ansonsten hat ein MD 35 etwas mehr Funktionen als die Geräte der 25er Reihe und verfügt über ein internes Datalogging. Es kann zwischen 2 Kennfeldern umgeschaltet werden oder eine Stufeneinspritzung für eine zweite Düsenreihe kann in einem separaten Kennfeld errichtet werden. Bei V Motoren kann bankweise mit 2 Lambdacontrollern gearbeitet werden. Außerdem können Zusatzmodule via CAN Bus angeschlossen werden. Zum Beispiel CAN Display, Speed Limiter / Antischlupf Regelung und weitere Neuerscheinungen.
Es sind auch reine Einspritzsteuerungen bzw. reine Zündsteuergeräte lieferbar z.B. als Ersatz für nicht mehr verfügbare Ersatzteile bei Youngtimern .( Mercedes mit D Jetronik zb. M116 , M110 , Opel Commodore B , alle Fahrzeuge mit L Jetronik zb. Opel , BMW und sehr viele andere mehr. )
Unsere Empfehlung ein KMS UEGO Kit, dahinter verbirgt sich eine Breitbandlambdasonde Bosch 4.9 mit Auswerteschaltung die exakt auf die KMS Steuergeräte abgestimmt ist und dort für eine automatische Adaption des Kennfeldes sorgen kann. ( nicht bei der reinen Einspritzlösung möglich , nur bei MP und MD Geräten )
Neu ist das CAN Display (optional nicht zwingend erforderlich). Der Bildschirm kann individuell konfiguriert werden und zeigt Ihnen die Daten die Sie sehen wollen auf einen Blick z.B.. Ladedruck, Abgastemperatur, Lambda ,Ansaugtemperatur alles auf einem Bildschirm. Die LEDs können als Schaltlampe oder Fehlerlampe konfiguriert werden . Daten können als Bargraphanzeige oder digital dargestellt werden. Der Anschluss erfolgt bei MD 35 via CAN Bus und bei den kleineren Geräten über einen Umsetzer RS232 auf CAN.
Wer bis hierher sorgfältig gelesen hat wird verstanden haben warum sich die anfänglich gestellten Fragen nicht so leicht beantworten lassen. Jede dieser Umrüstungen ist individuell und der Kunde muss entscheiden was gemacht wird.
In unseren Workshops trifft man auf gleichgesinnte und kann KMS am laufenden Motor life erleben die Erkenntnisse die man hier mitnimmt sind besser als die Ausbeute aus 3 Monaten googeln.
Wir erarbeiten auch gerne mit Ihnen ein Konzept für eine Kleinstserie wenn Sie z.B. einem Club angehören, oder ein Tuner einer bestimmten Marke sind.
Als Kunde können Sie auswählen ob sie Ihr Auto selbst umbauen, oder ob wir nur die Abstimmung erledigen, oder ob wir Ihr Fahrzeug komplett umrüsten sollen In unserer Werkstatt sind wir in der Lage auch Sonderanfertigungen herzustellen. (drehen, fräsen, schweißen)